Britta Sölter

Appleton, Minnesota, USA

So, ganze fünf Monate bin ich jetzt schon hier, im kleinen Appleton, Minnesota.
Und ich genieße jede Minute!

Die ersten zwei Wochen jedoch habe ich in der Nähe von Boston, in einem College verbracht, um mich mit ca. 600 anderen Austauschschülern aus aller Welt auf mein Jahr vorzubereiten. Wir haben (mehr oder weniger fleißig) amerikanische Geschichte und Geografie gelernt, die Staaten besprochen, über aktuelle Ereignisse diskutiert und einfach alles andere, was für unser Jahr relevant sein könnte, durchgenommen.
Aber im Vordergrund stand eigentlich eine Menge Spaß. So waren wir in New York, in Boston, in einem Vergnügungspark, und hatten am Campus viele Gelegenheiten uns  mit Basketball, Volleyball, Baseball, Football, Shopping, Kino und, und, und ... zu vergnügen.
Langeweile kam bestimmt nicht auf und die Zeit verging einfach wie im Flug. Schon bald hieß es Abschied nehmen von vielen neuen Freunden, Deutschen genauso wie Amerikanern, Holländern, Brasilianern und vielen anderen.

Nach einer endlosen Nacht mit einer Abschiedsfeier leerte sich der Campus so langsam, bis dann morgens um fünf auch endlich mein Bus zum Flughafen ging.
Sieben Stunden später empfingen mich meine Gasteltern herzlich, als ich todmüde, aber trotzdem ziemlich nervös und gespannt aus dem Flugzeug stieg. Ich war einfach sprachlos und überwältigt. Mit einem riesigen Schild "Willkommen Britta" und einem Haufen Luftballons standen sie da. Sie sahen doch relativ anders aus als auf den Fotos, die ich vor meiner Abreise gesehen hatte.

Nachdem wir etwa eine Stunde später endlich meine Koffer hatten, machten wir uns dann auf den Weg in mein neues Zuhause, das ca. 3 Stunden entfernte Appleton. Appleton hat ca. 2000 Einwohner, wozu allerdings auch die 1000 Insassen des örtlichen Gefängnisses zählen, also beschränkt sich die wirkliche Zahl der Einwohner auf ca. 1000.

Begrüßt wurde ich dort dann von schwülen 45 Grad und einer Luftfeuchtigkeit von 90%, was das Ganze ziemlich unerträglich macht. Die Klimaanlage im Haus lief fast den ganzen Tag, aber nichtsdestotrotz habe ich die nächste Zeit viel im Keller verbracht, weil es einfach der einzige angenehm kühle Ort der Umgebung war. Hielt ich all die Klimaanlagen und Eismaschinen bei meiner Ankunft hier doch für etwas übertrieben, habe ich sie in dieser Zeit doch sehr zu schätzen gelernt.

Die ersten Tage mit meiner Gastfamilie waren herzlich, doch immer noch relativ distanziert, aber mit der Zeit wurde ich immer sicherer in meinem Englisch und mittlerweile habe ich mich hier prima eingelebt und fühle mich zu Hause.

Zwei Wochen später, immer noch während meiner Sommerferien, fing dann das Volleyballtraining für die nächste Saison an. Das hieß dann jeden Tag 4 Stunden harte Arbeit in brütender Hitze. Egal wie heiß es war, es wurden mindestens 3-4 km gelaufen, dazu unzählige Konditions- und Kraftübungen, wie Liegestützen, Sit-ups, Sprints, Gewichtheben und vieles anderes. Im großen und ganzen hatten wir vielleicht eine Stunde täglich einen Volleyball in der Hand und den Rest des Tages haben wir mit Kondition und Kraft verbracht. Ich muss sagen, die Amerikaner haben in der Hinsicht ganz schön was drauf, und aufgeben gibt's nicht, denn wenn einer schlampt, macht es das ganze Team noch einmal. Eine meiner Teamkolleginnen sagte eines Tages: " Wenn du die ersten vier Wochen überstehst, dann wird's einfach, also Augen zu und durch". Und sie hatte Recht. Als dann schließlich Mitte September die Schule anfing, ging die Saison los, und das Training beschränkte sich auf dreimal die Woche nach der Schule, die anderen zwei Tage hatten wir Spiele, genauso an den Wochenenden. Die Saison endete schließlich im Oktober, da Sportarten an amerikanischen Schulen saisonweise angeboten werden.

Seit Oktober tanze und schwimme ich nun, d.h. Training mindestens 6 Tage die Woche, im Großen und Ganzen kommt man mit Leichtigkeit auf 15-20 Stunden Training wöchentlich . Dazu kommt, dass man fürs Tanzen viel, viel dehnen muss, und das nicht nur im Training, sondern auch privat, was täglich mindestens noch mal eine Stunde beansprucht.

Mein Tanzteam nach gewonnenem Wettkampf

Ja, am 4. September fing dann hier auch die Schule an. Ich hatte mir im vorhinein schon ein Kursbuch besorgt, um mich mit der Fächerauswahl vertraut zu machen und langsam rauszufinden, was ich denn belegen wollte. Das dauerte dann auch seine Zeit, denn bei einem Angebot von ca. 100 verschiedenen Kursen (und ich bin an einer relativ kleinen Schule) fällt einem die Wahl nicht unbedingt leicht. Letztendlich habe ich mich für das erste Halbjahr für

Multimedia (so was wie Informatik)
PreCalculus (Mathe)
English
Spanish
American Studies (Amerikanische Geschichte)
Chemistry
Und 'ne Freistunde

entschieden. Das war auch eine relativ gute Wahl, wobei ich fürs zweite Halbjahr ein paar Fächer umgewählt habe.

Der Unterricht hier beginnt um 8:20 und endet um 15:07. Eine Stunde dauert 49 Minuten und nach jeder Stunde haben wir 4 Minuten Pause, sowie 30 Minuten nach der vierten Stunde. Die vier Minuten Zwischenstunde bekommen wir um unsere Sachen zu unserem Locker zu bringen, so dass wir nicht immer die Hefte und Bücher für alle Fächer mitschleppen müssen. Das ist auch eine wirklich sinnvolle Idee, da wir hier ja von Klassenzimmer zu Klassenzimmer wandern, d.h. die Lehrer haben ihre eigenen Klassenzimmer. Und Bücher hier haben durchschnittlich ca. 600-700 Seiten und wiegen damit schon beträchtlich, etwa so viel wie ein Wörterbuch oder eine Schulbibel.

Eine andere Sache, die mir hier richtig gut gefällt ist die Nachrichtenübertragung. Jeden Morgen nach Ende der ersten Stunde haben wir eine 15-minütige Nachrichtensendung (dafür ist in jedem Raum ein Fernseher), um uns über die neuesten Nachrichten zu informieren. Meine Schule, wie alle anderen Schulen hier in der Umgebung hat keine einzige Treppe, da die Amerikaner in Treppen eine zu hohe Verletzungsgefahr sehen. So ist die Schule in der Fläche riesig und man geht in diesen vielen Gängen, gerade am Anfang, schnell verloren. Schule an sich ist hier relativ leicht, was jedoch auch mit von der Kurswahl abhängig ist.

Richtig begeistert bin ich vom "School Spirit" hier. Zu jedem Spiel der Schulmannschaft kommen fast alle Schüler, die Schulband spielt und es wird fleißig angefeuert.
Neben der Schule ist nicht allzu viel los, da der Schultag zusammen mit Sport von ca. 8-18 oder 19 Uhr dauert. Und meistens fällt man nach dem Training schnell todmüde ins Bett. Anderseits gibt es auch nicht viel zu unternehmen, da nach amerikanischem Gesetz Jugendliche eben nicht viel unternehmen können außer Shopping oder Kino.

Richtig lustig ist aber hier auch, dass alle mit 16 Auto fahren können. Daher hat meine Schule einen wirklich riesigen Parkplatz, der auch relativ voll ist. Dazu wird die Schule geschlossen, wenn es richtig neblig ist, da die Schulleitung besorgt ist, dass nicht alle Schüler, die mit dem Auto kommen, heil in der Schule ankommen. Auch wenn es viel schneit wird die Schule aus Sicherheitsgründen (wegen der vielen Autofahrer) einfach geschlossen. Das kann man dann morgens auch im Fernsehen oder im Radio erfahren. So steht man morgens auf, macht den Fernseher an, und sobald man herausgefunden hat, dass die Schule wegen Schneefall geschlossen ist, kann man wieder ins Bett gehen.

Ich habe also in den letzten 5 Monaten viel, viel Neues erlebt und vieles ist hier einfach anders. Aber ich genieße wirklich jeden Tag und bereue meine Entscheidung hier her zukommen keine Sekunde.

 

     

September 11, 2001 in Amerika

Ich war gerade mal 2 Monate in Amerika, und alles schien noch ziemlich ungewohnt.
Jeden Morgen nach der ersten Stunde gibt es hier eine speziell auf die Bedürfnisse von High School Schülern zugeschnittene Nachrichtensendung, die in ganz Amerika ausgestrahlt wird. Dennoch zeigen die Schüler hier nicht wirklich viel Interesse dafür (ich muss sagen, die Berichte sind auch nicht sonderlich interessant), vielmehr arbeiten wir weiter an Projekten oder erledigen noch schnell letzte Hausaufgaben. So auch an diesem Morgen. Alle gingen so ihren Beschäftigungen nach, während im Hintergrund die Nachrichten liefen.
Doch, und das werde ich nie vergessen, nach ungefähr 5 Minuten ermahnte  uns auf einmal unser Lehrer sofort unsere Computer herunterzufahren (ich hatte Informatik) und unsere Aufmerksamkeit den Nachrichten zu widmen, da es schien als wäre etwas passiert, das ziemlich interessant sein könnte. Nun gut, so schalteten wir etwas wiederwillig zwar, unsere Computer aus und vertieften uns in den Beitrag.
Nur Sekunden später konnten wir unseren Augen kaum trauen: Wir sahen einen der beiden Türme des World Trade Centers brennen. Wir bekamen gerade noch mit, dass ein Flugzeug in den Turm geflogen war und dass es sich vermutlich um einen Unfall handle. Begriffen aber hatte das so wirklich eigentlich keiner und so wurde dann mit dem Ertönen der Glocke auch weiter fleißig gescherzt und einfach belanglos über dieses Ereignis geredet, wirklich große Beachtung schenkte niemand den Vorfällen. Dennoch wurden wir neugierig und baten unseren Mathelehrer seinen Fernseher einzuschalten um uns auf den neusten Stand zu bringen. Nur kurz darauf ging ein Aufschrei des Schreckens durch die Klasse, als wir im Live-Bericht ein weiteres Flugzeug genau auf den zweiten Turm des WTC zufliegen sahen, es schien als fliege es mit Absicht in den Turm. Nur Bruchteile von Sekunden später konnten wir die Explosion und den riesigen Feuerball, in den der Turm sogleich aufzugehen ging, sehen. Das alles war einfach kaum zu begreifen. Wir dachten zunächst, dass das eine Computeranimation gewesen sein musste, um den Zuschauern zu zeigen wie der Unfall am ersten Turm wohl vorgefallen war. Doch nach und nach wurde uns klar, dass es  keine Simulation war – es war Realität. Entsetzen und Schrecken fingen an sich auszubreiten und der Schock über diese Ereignisse stand allen deutlich ins Gesicht geschrieben. Unterricht war unmöglich, da es niemanden in der Schule mehr möglich war, sich auf irgendetwas anderes zu konzentrieren als das, was wir soeben erst in den Nachrichten gesehen hatten.
Den Rest des Tages verbrachten wir deshalb auch damit Nachrichten zu schauen, und auch wenn wir im Fernsehen absolut keine Neuigkeiten erfahren konnten, waren unsere Blicke wie an den Fernseher gefesselt. In vielen Schulen wurde das Training nach Schulschluss abgesagt in Anbetracht der Ereignisse; in meiner Schule jedoch fand das Training regulär statt, der einzige Grund dafür war jedoch, dass die Schulleitung uns von den Vorfällen ablenken wollte. Sobald ich an dem Abend nach der Schule heimkam, saß ich, wie so viele andere auch, sofort wieder vor dem Fernseher um rauszufinden, ob es irgendwelche Neuigkeiten gab.

Die Reaktionen auf die Ereignisse waren enorm. Mein Gastvater, ein Pfarrer, ging noch am gleichen Abend zurück in die Kirche um der Kirchengemeinde eine Gelegenheit zum Gebet zu geben und dazu einfach eine Gelegenheit sich gegenseitig Trost zuzusprechen und Emotionen auszutauschen. Das tat er auch den Rest der Woche, nachdem viele Interesse und Bedürfnis dafür gezeigt hatten.

Der Patriotismus, für den Amerika ja bekannt ist, erreichte in den Wochen nach den Anschlägen einen neuen Höhepunkt. Die Nachfrage nach patriotischen Liedern, amerikanischen Flaggen und anderen Sachen, die den Nationalstolz der Amerikaner widerspiegeln, stieg enorm. Nur einen Tag nach den Vorfällen wurden die Fahnen im ganzen Land auf Halbmast gezogen und so blieb das auch für eine lange Zeit. Viele Football- und Baseballspiele wurden für längere Zeit abgesagt zu Ehren der Opfer der Anschläge vom 11. September. Zum Anfang der High School Sportveranstaltungen wurde von nun an ein Text zu Ehren der Opfer und als Erinnerung an diesen Tag der amerikanischen Geschichte vorgelesen.

Für mich war das alles eine eigenartige Erfahrung. Nicht nur weil ich dies alles hier in Amerika miterlebte, und es mich, wie den Rest der Welt völlig überraschte, nein, auch, oder gerade weil ich noch kurz vorher, Ende Juli, im World Trade Center war. Auf meinem Trip nach New York besuchten wir auch das WTC, schossen Fotos, waren Shoppen im Einkaufszentrum, das sich im Keller des WTC befand, und schauten uns um. Und nun auf einmal ist all das verschwunden. Diese Türme, die ganz Amerika so stolz machten, diese Türme die das Stadtbild New Yorks so sehr prägten. Es ist ein komisches Gefühl zu wissen, dass die Menschen, von denen wir damals unsere Postkarten kauften und der nette Polizist, der Tag ein Tag aus vor dem WTC stand und uns bereitwillig half unseren Weg zu finden, dass all diese Leute nun wohl nicht mehr unter uns sind.

Heute, fast ein halbes Jahr nach den Anschlägen, ist vieles wieder wie es vor dem  11.September war. Dennoch hat sich vieles geändert. Der Patriotismus ist immer noch wesentlich ausgeprägter, aber vor allem ist Amerika stärker zusammen gewachsen. "United we stand", "God bless the USA" und "In God we Trust"  sind aus Amerika nicht mehr wegzudenken.

 

 

Neues aus Amerika

Nun bin ich schon ganze 8 Monate hier in Amerika und die Zeit ist wie im Flug vergangen. Ich kann mich noch sehr gut an den Tag, an dem ich hier ankam, erinnern, so als wäre es erst gestern gewesen. Auf der anderen Seite habe ich mich hier so gut eingelebt, dass ich das Gefühl habe, dass ich schon seit ein paar Jahren hier bin. Dennoch fange ich langsam an festzustellen wie schnell die Zeit vergeht und dass es schon bald wieder Zeit ist "Goodbye" zu sagen und zurück nach Deutschland zu kommen. Was in den Monaten seit ich das letzte Mal geschrieben habe so passiert ist? Eine ganze Menge.

Erst mal Weihnachten. Alles in allem ist Weihnachten in Amerika nicht grundlegend anders als in Deutschland. Dennoch gibt es viele kleine Unterschiede, die es doch zu einem interessanten Erlebnis machen. So wird Weihnachten nicht wie bei uns am Abend des 24. gefeiert sondern im Laufe des Tages am 25. Außerdem neigen Amerikaner dazu alles etwas zu übertreiben; so bekommt man hier alles was man sich nur irgendwie vorstellen kann in speziellen Weihnachtseditionen: Snickers, Mars, M&Ms in Weihnachtsfarben, und vieles, vieles mehr. Eine andere amerikanische Sitte ist, jedem und wirklich so ziemlich jedem, den man kennt, einen Weihnachtsbrief zu schreiben. Weihnachtsbriefe sind ungefähr eine Seite lang und erzählen, was im letzten Jahr so passiert ist: Hochzeiten, Todesfälle, Unfälle, lustige Ereignisse oder eben alles was für die Familie bedeutend genug ist, um Freuden, Verwandten und Bekannten einen groben Überblick zu geben und sie aufs Laufende zu bringen über das, was im Moment so in ihren Leben vorgeht. Üblicherweise wird hierzu dann auch noch ein Familienfoto geschickt, um jedem zu ermöglichen sich ein Bild zu machen, auch wenn man sich schon seit längerem nicht mehr gesehen hat. Es ist also durchaus normal in der Weihnachtszeit ca. 100 Weihnachtskarten und Briefe zu erhalten.

Am zweiten Weihnachtstag machten wir uns dann auf den Weg nach Oklahoma, ungefähr 12-13 Stunden von dem Ort, wo ich hier in Minnesota lebe, um den Bruder meines Gastvaters und dessen Familie dort zu besuchen. Dies war insbesondere eine gute Idee, weil wir somit den doch etwa extremen –30°C entfliehen konnten und die frühlingshaften 10°C für ein paar Tage genießen durften. Es war ein wirklich lustiger Trip vor allem da ich die Gelegenheit bekam meine Gastcousinen und -cousins kennen zu lernen.

Am 30.12. kamen wir dann zurück, um Silvester zu Hause zu verbringen. Da ich so kurzfristig zurückkam, wusste niemand, dass ich schon wieder zurück war und so verbrachte ich Silvester mit meiner Gastfamilie zu Hause. Silvester in Minnesota war dann doch etwas ungewohnt, da Feuerwerkskörper hier verboten sind, d.h. das einzige was man hier wirklich macht, ist bis zwölf wach bleiben, dann anstoßen und ins Bett gehen.

Der Monat danach war relativ ruhig, und alles stellte sich auf das neue Jahr ein und ging guten Vorsätzen nach, die mittlerweile doch über Bord gegangen sind. Im Februar fing es dann an wieder richtig  stressig zu werden. Mein Tanzteam fing an sich auf den Saisonendspurt mit Sections und State vorzubereiten (entspricht in Deutschland wohl den Bayrischen und Deutschen Meisterschaften). Das hieß dann auch gleich ca. 4-5 Stunden Training am Tag und von freien Wochenenden war gar nicht mehr die Rede. Aber die harte Arbeit lohnte sich und wir wurden dritter bei den Sections und lösten somit das Ticket zu den State Championchips. Das war eine der beeindruckendsten Erfahrungen seit ich hier bin.

Freitag Mittag in der Mittagspause ging es los. Erst mal kamen nach alter Sitte zwei Feuerwehr-Löschfahrzeuge um uns viel Glück zu wünschen. Dazu kamen die Eltern von fast allen Teammitgliedern um uns beste Wünsche mit auf den Weg zu geben. Die Feuerwehrwagen eskortierten uns dann auch noch ein Stück vorbei an der Grundschule im Nachbarort, vor der die Grundschüler mit Plakaten standen um uns Glück zu wünschen. Nach ca. 3 Stunden kamen wir dann auch endlich in Minneapolis an, und breiteten uns erst mal im Hotel aus. Am nächsten Morgen hieß es dann früh aufstehen und fertig machen für unseren großen Tag, schließlich waren wir favorisiert in die Runde der letzten Sechs zu kommen und dementsprechend aufgeregt waren wir auch. Die Meisterschaften an sich sind schon ein überwältigendes Erlebnis. Getanzt wird in einer Arena in der normalerweise die Eishockeyteams spielen, vielleicht nicht ganz so groß wie das Olympiastadions bot sie dennoch Platz für ein paar tausend Besucher. Letztendlich war das Ergebnis der Meisterschaften ziemlich enttäuschend, da uns ein paar unnötige und leichtsinnige Fehler unterliefen und wir als elfte das Finale der letzten Sechs nur als Zuschauer miterleben durften. Dennoch war der Trip einfach super!

Mittlerweile ist die Saison zu Ende und wir haben zwei trainingsfreie Wochen bevor nächsten Montag dann die Frühlingssportarten wie Leichathletik, Golf und Baseball anfangen. Zwar ist es momentan noch zu kalt um draußen zu trainieren (wir haben immer noch ca. –25°C) aber das Training wird eben solange in der Halle abgehalten. Ich werde nun Leichtathletik machen, und zusammen mit ein paar anderen Teammitgliedern noch einmal versuchen meinen Weg bis zu den State Championchips zu erkämpfen.

 

Britta Sölter
bin-in-Amerika@gmx.net

 
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