Während seiner Zeit im Konzentrationslager Dachau (....-1945) schreibt Nico Rost eine Art Tagebuch. Obwohl darauf die Todesstrafe steht, ist er ständig bemüht, Papier oder Ähnliches zu bekommen, um darauf seine Notizen anzufertigen. Er beschreibt zum einen die Geschehnisse im Lager, im Deutschen Reich und Diskussionen und Gespräche mit seinen Freunden auf. Dabei ist er stets darauf bedacht, keine Namen auszuschreiben, sondern immer nur die Anfangsbuchstaben zu benutzen, um niemanden zu gefährden, falls die SS einige Aufzeichnungen finden sollte.
Über das Attentat auf Hitler findet sich zum Beispiel folgender Eintrag:
"Und trotzdem ist es vielleicht ein Glück, dass der Anschlag nicht gelungen ist. Er ging nämlich allem Anschein nach nur von einer kleinen Clique missvergnügter Offiziere aus- nicht vom Volke selbst.
G. ist nicht meiner Ansicht, aber wenn Hitler jetzt ermordet worden wäre und die Wehrmacht nähme das Heft in die Hand, dann würde meiner Meinung nach sehr bald wieder eine neue Dolchstoßlegende auftauchen, genau wie nach 1918. Mit allen ihren verhängnisvollen Folgen. Aber dieses Mal muss sich der historische Prozess vollenden: Die deutschen Truppen müssen zerschlagen und völlig vernichtet werden. Anders ist kein Friede möglich."
Genau wie dieser kleine Auszug ist das ganze Tagebuch von einer sachlichen und vernünftigen Betrachtungsweise durchzogen. Rost will nichts Übereiltes, sondern eine Niederlage Deutschlands die den Terror und die Grausamkeiten des Dritten Reichs vollends beendet.
Das Tagebuch beinhaltet aber neben dem Zeitgeschehen auch Gedanken über deutsche Literatur, mit der sich Nico Rost im KZ beschäftigt, um sich damit am Leben zu erhalten, da sein ganzes Interesse der deutschen Literatur gilt. Er versucht auch, dadurch die guten Seiten der Deutschen in Erinnerung zu behalten, was auch viel zu seinem Blickwinkel auf die Deutschen des Dritten Reichs beigetragen hat. Durch die Lektüre deutscher Schriftsteller versucht Rost auch im KZ Dachau weiterhin "literarischen Widerstand" zu leisten, den er bereits vor seiner Einlieferung in das KZ begonnen hat. Er beschreibt diese Einstellung auch in seinem Tagebuch:
"Von meiner Vorliebe für die deutsche Literatur getrieben, habe ich mich seit 1933 beinahe mit den emigrierten deutschen Schriftstellern identifiziert, habe ihre Sache zu der meinen
gemacht, Dutzende von Artikeln über sie und zu ihren Gunsten geschrieben, Proteste und Aufrufe, Vorlesungen und Versammlungen organisiert. Ihre Sache verteidigen war für mich gleichbedeutend mit dem Kampf gegen den Faschismus."