Werdegang
Der gelernte Buchdrucker arbeitete zunächst in
verschiedenen Buchdruckereien in Deutschland und Österreich, bis er
schließlich selbst in Stuttgart eine Buchdruckerei und einen
Zeitungsverlag gründete. Dort gab er die politische Tageszeitung
"Landauer Volksblatt" heraus, welche bald die meistgelesenste
Tageszeitung der Region wurde. Erfahrung im Bereich politischer Schriften
hatte er bereits, er war schon länger Mitarbeiter politischer Zeitungen
demokratischer Richtung. Seine Zeitung war die Artikulationsmöglichkeit
der Partei "Bayrischer Bauernbund", dessen Vorstand er
angehörte. Er stand nach eigenen Worten "in schärfstem Kampf mit
der Reaktion und nach Gründung der NSDAP im Kampf gegen die
nationalsozialistische Bewegung."
1. Verhaftung
Nachdem er für kurze Zeit Verweser des
Bayrerischen Justizministeriums gewesen war, wurde er auf Betreiben der
rechten Kräfte verhaftet und 2 Monate in militärische Schutzhaft
genommen. Vor dem anschließenden Standgericht wurde er jedoch
freigesprochen.
Danach führte er seinen Widerstand gegen die NS-Diktatur weiter, wurde in
Landau in den Stadtrat gewählt und war außerdem Mitglied des
Bezirkstages, der Industrie- und Handelskammer und weiteren
wirtschaftlichen, kommunalen und politischen Organisationen.
Er unternahm umfangreiche Reisen nach Russland und gehörte auch der
"Eisernen Front" an. Zudem war er Mitglied der Reichsleitung des
Reichsbanners "Schwarz-Rot-Gold", einem republikanischen
Schutzbund.
2. Verhaftung - Inhaftierung im KZ Dachau
Da
seine Zeitung an Umfang zunahm und sie sich weiterhin gegen den
Nationalsozialismus aussprach, wurde er am 10.März 1933 wieder
inhaftiert, kam in verschiedene Gestapo-Gefängnisse und schließlich ins
KZ Dachau, wo er bis 1934 festgehalten wurde. Dort wurde er "zu allen
erniedrigenden Arbeiten herangezogen und wiederholt verprügelt. Wegen
eines Artikels [...] gegen den damaligen Stabschef der SA Röhm [...]
hätte ich im Konzentrationslager Dachau beinahe das Leben verloren."
Nach seiner Entlassung verlor er alle seine Ehrenämter und wurde aus der
Berufsorganisation der Journalisten und Verleger ausgeschlossen. Seine
Zeitungen wurden vom NS-Gauverlag übernommen und er selbst stand noch
längere Zeit unter Polizeiaufsicht.
3. Verhaftung - Inhaftierung im KZ Flossenbürg
1944 wurde er nach dem Hitler-Attentat
wieder verhaftet, kam erst ins Gestapo-Gefängnis nach Regensburg
und anschließend ins KZ Flossenbürg, das den Beinamen
"Vernichtungslager" trug.
"Ich möchte, daß man weiß, daß es
keine namenlosen Helden gegeben hat, daß es Menschen waren, die
ihren Namen, ihr Gesicht, ihre Sehnsucht und ihre Hoffnungen
hatten, und daß deshalb der Schmerz auch des Letzten unter ihnen
nicht kleiner war als der Schmerz des Ersten, dessen Name erhalten
bleibt."
(Julius Fucik, geb. 1903, von den Nazis hingerichtet 1943)
Trotzdem gab er nicht auf und hatte nach
seiner Zeit in Flossenbürg regelmäßige Treffen mit Gegnern der
NS-Diktatur. Mit diesen organisierte er die Abhörung der
Auslandssender und sprach sich mit ihnen in ihrer weiteren
Vorgehensweise ab.
Außerdem organisierte er eine Widerstandsgruppe, die die
Sprengung der Isarbrücken verhinderte. Daraufhin musste er sich
"einige Tage bei Bauern in der Umgebung versteckt halten, da
SS-Truppen [...] Befehl hatten, mich festzunehmen und
wahrscheinlich umzulegen."
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Resumé
Er hatte sich stets geweigert, Mitglied der NSDAP
zu werden, selbst unter Androhung erneuter Inhaftierungen.
Nach der Befreiung durch die Alliierten wurde ihm das Amt des Landrates
von Landau übertragen, welches er 5 Jahre innehatte. Anschließend wurde
er zum Vizepräsidenten des Bayrischen Landtages gewählt.
Bei seinem Tod im Oktober 1974 hinterließ Konrad Kübler Frau und fünf Kinder.
Textquellen: Personaldaten, Archiv Landratsamt
Landau
Bildquellen: Photo Konrad Kübler: Archiv Landratsamt Landau
Zeichnung KZ: http://www.flossenbuerg.de/infozentrum/index.html
Zitat J.Fucik: www.infospace.de/gedenkstaette/german/frame/geschichte.htm |