Oskar Müller


1896 - 1970

Soldat, Bankangestellter, Kommunist,  Widerstandskämpfer, Häftling, Lagerältester, Arbeitsminister, Bundestagsabgeordneter

"Der erste Arbeitsminister nach dem Krieg war Kommunist."    (DKP Homepage)   

Oskar Müller tritt mit 26 in die KPD ein und beginnt seine Parteikarriere als Parteiredner und Funktionär. Er arbeitet sich hoch zum Organisationsleiter der KPD-Hessen und wird 1928 Abgeordneter. Nach 1933 übernimmt er die illegale Organisationsleitung der KPD Berlin/Brandenburg. Die Zeit unter Hitler verbringt er größtenteils in Gefängnissen und Konzentrationslagern.

Im Mai 1945 nimmt er seine Parteitätigkeit wieder auf und wird Minister für Arbeit und Wohlfahrt in Hessen, und bald darauf Landesvorsitzender der KPD-Hessen. Er wirkt an der Hessischen Verfassung mit, die sogar seine Unterschrift trägt, auch zum Hessischen Betriebsrätegesetz trägt er einen Teil bei. Von ihm stammen auch Teile der gesetzlichen Regelung der Kriegsopferversorgung.


Als Vorsitzender wird er schließlich nach einer Veranstaltung in Witzenhausen des Verfassungsbruches angezeigt, da er angeblich gesagt haben soll: "Jawohl im Osten sind KZs und die sind notwendig... sie sind ein unvermeidliches Erfordernis des kommunistischen Regimes." Die Klage wird abgewiesen.


Obwohl Müller 1949 seinen Posten als Landesvorsitzender verliert, vertritt er von 1949 bis 1953 die KPD im Deutschen Bundestag. Nach dem Verbot der Partei engagiert er sich verstärkt bei der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes (VVN).

 

 

"Ich denke an Oskar Müller, der als Lagerältester in Dachau in den letzten Tagen vor der Befreiung eine unausdenkbare Katastrophe verhindert hat."   (Arthur Haulot)

 

In vielen Texten wird im Zusammenhang mit der Befreiung des KZs Dachau der Name Oskar Müller erwähnt. 

 

So schreibt zum Beispiel der ehemalige Häftling Alfons Krzebietka in seiner Aussage gegen zwei Aufseher der SS in Dachau: " …. und kam mit dem Transport weg, was ich wieder meinem Kameraden Oskar Müller zu verdanken hab, nur ihm hab ich mein Leben zu verdanken, denn er konnte nicht mehr ansehen wie ich misshandelt wurde ..."

 

Pater Johannes Maria Lenz berichtet folgendes über ihn: "Er ist der einzige Mann im Lager, der die Ordnung noch retten kann. Er hat auch seinerzeit zwei Brüder aus Nürnberg aus dem Lager entsandt. Sie sollten die Amerikaner eiliger herbeirufen zur Rettung des Lagers. Er kannte wie keiner die drohenden Gefahren. Der eine der Gesandten, Karl Riemer erreichte sein Ziel. So wurden wir gerettet, 3 Stunden vor der  geplanten Niedermetzelung." 

 

"Wir wollen für uns und für unsere Jugend ein neues Deutschland aufbauen, ein Deutschland des Antifaschismus, der Freiheit und der Demokratie," das ist Oskar Müllers Botschaft an die Überlebenden.