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Während seines ganzen Lebens beschäftigt sich Nico Rost mit der
Gesellschaft und ihren Strukturen in ganz Europa. Er bereist u.a. Spanien,
Russland und die Ukraine und schreibt und veröffentlicht seit seinem 24.
Lebensjahr seine Erfahrungen in sozialkritischen
Werken. Er hat intensive Kontakte zu Künstlern, Lebensreformern, libertären Sozialisten und Anarchisten ebenso wie zu vielen Schriftstellern, besonders zu Anna Seghers. Nico Rost liebt die deutsche Literatur und fühlt sich ihr besonders verbunden. Darum übersetzt er zahlreiche deutsche Klassiker ins Holländische und geht 1926 als Kulturkorrespondent für holländische Blätter nach Berlin. 1927 tritt er in die Kommunistische Partei Hollands ein, engagiert sich jedoch hier politisch nicht. Wegen seines "Umgangs mit Juden und Marxisten" wird er 1933 denunziert und wird in das KZ Oranienburg eingeliefert. Auf Intervention des Vereins der Auslandspresse kommt er bereits nach 3 Wochen wieder frei, wird aber des Landes verwiesen. Daraufhin zieht er nach Gent in den Niederlanden, wo er Mitarbeiter der sozialdemokratischen Zeitung "Vorruit" ("Vorwärts") wird. Im Auftrag dieser Zeitung nimmt er am Pariser "Kongress zur Verteidigung der Kultur" 1935 und am internationalen Schriftstellerkongress in Valencia 1937 teil. Als am 10. Mai 1940 die deutschen Truppen in Belgien einmarschieren, knüpft Rost enge Verbindungen zum Widerstand. Er wird zum Organisator und V-Mann. Am 6. Mai 1943 wird er wegen "Zersetzung der Wehrmacht" verhaftet, kommt einige Wochen ins Wehrmachtsgefängnis Forrest, danach ein halbes Jahr ins Gestapogefängnis Scheveningen und wird dann ins KZ Vught überstellt. Von dort wird er 1944 ins KZ Dachau deportiert. Hier führt er heimlich Tagebuch, in das er seine Erlebnisse und außerdem seine Gedanken über deutsche Literaten schreibt. Nach der Befreiung am 29. April 1945 verlässt Nico Rost Deutschland und hält sich in Belgien und Holland auf. Erst nach 5 Jahren kehrt er zurück, um als Verwalter von Bibliothek und Nachlass der Bettina von Arnim zu arbeiten. Während seiner Tätigkeit dort wird er von der Stasi bespitzelt und bereits nach einem Jahr, zusammen mit seiner Frau, aus der DDR ausgewiesen. Nach seiner Rückkehr in die Niederlande versucht er vergeblich, wieder in die KP aufgenommen zu werden. 1956 fasst er in seinem Buch "Ich war wieder in Dachau" die Eindrücke seines dortigen Besuchs zusammen. Als Nico Rost am 1. Februar 1967 in Amsterdam stirbt, beendet er ein Leben, in dem er durch literarische Werke seine Mitmenschen wach rütteln und auf Missstände aufmerksam machen wollte.
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| "Während man über heimliche Sünden öffentlich schreibt, habe ich mir vorgenommen, im geheimen über öffentliche Sünden zu schreiben." (Nico Rost) | |||||||
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