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Hansjörg Christmann: "Dauerhaft wird ein viertes Gymnasium benötigt" Außenstelle soll Schüleransturm abfangen Landkreis will Klassen einrichten, die von 2011 an im Realschulgebäude an der Steinstraße untergebracht werden Von Walter Gierlich |
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Landkreis Der Landkreis will dem Ansturm auf die Gymnasien mit einer Übergangslösung begegnen. Schon im kommenden Schuljahr werden an den beiden Dachauer Gymnasien je zwei sogenannte Vorläuferklassen eingerichtet, die von 2011 an im jetzigen Realschulgebäude an der Steinstraße untergebracht werden sollen. Bei einem weiteren Anstieg der Schülerzahlen könnte aus dieser Außenstelle ein viertes Gymnasium in Karlsfeld hervorgehen. Alle drei Gymnasien im Landkreis sind überfüllt, über ein viertes wird schon längst diskutiert. Nun teilt das Landratsamt mit, dass eine kurzfristige Neugründung eines vierten Gymnasiums "aus Sicht des Kultusministeriums im Rahmen des schulaufsichtlichen Genehmigungsverfahrens nicht realistisch" sei. Daher habe sich Landrat Hansjörg Christmann (CSU) mit dem Ministerium und den Schulleitungen von Josef-Effner- und Ignaz-Taschner-Gymnasium verständigt, von September an je zwei Klassen einzurichten, die vorrangig von Karlsfelder Schülern besucht werden sollen. Weil für die nächsten beiden Jahre ein Anstieg der Schülerzahlen an den Gymnasien von fast 4000 auf rund 4200 erwartet wird, will der Landkreis an den beiden Dachauer Schulen Erweiterungsmaßnahmen treffen. Die Vorläuferklassen sollen von 2011/12 an, wenn die Realschule in den Neubau in Augustenfeld umgezogen ist, mit den Jahrgangsstufen fünf bis sieben im alten Realschulgebäude untergebracht und als Außenstelle organisatorisch dem Effner-Gymnasium zugeordnet werden. An dem Bau an der Steinstraße sollen die zur Unterbringung notwendigen Bau- und Ausstattungsmaßnahmen vorgenommen werden, teilte Landratsamtssprecher Gerhard Weber mit. Von 2012/13 an soll ein weiterer vierzügiger Aufbau der Außenstelle erfolgen - "natürlich abhängig von der tatsächlichen Schülerentwicklung", wie Weber weiter mitteilt. Nach 2011 will die Kreisbehörde "auf der Basis der bis dahin eingetretenen Schülerentwicklung" sowie einer fundierten Prognose die Neugründung eines vierten Gymnasiums beantragen, "wobei die staatlichen Voraussetzungen hierfür erfüllt sein müssen". Natürlich müssen noch weitere Bedingungen erfüllt sein: Die Kreisräte müssen zustimmen, der Neubau muss finanziell zu stemmen und auf einem Grundstück in der Nähe des Karlsfelder S-Bahnhofs machbar sein. Auch wenn 2011 durch das Doppelabitur des neun- und des achtjährigen Gymnasiums ein einmaliger Schülerrückgang an den Gymnasien zu erwarten sei, rechnet Landrat Christmann damit, dass "dauerhaft ein viertes Gymnasium benötigt wird", schon um die Überbelegung der drei anderen zu reduzieren. Nach seiner Einschätzung werden die Übertrittsquoten weiter ansteigen. Zudem sieht er durch geplante schulpolitische Maßnahmen - etwa die Reduzierung der Klassenstärken, Ganztagsbetreuung oder Reform der G-8-Oberstufe - mittelfristig steigenden Raumbedarf. Insgesamt meint Christmann, dass durch die Übergangslösung von 2011 an eine spürbare Entlastung der beiden Dachauer Gymnasien sichergestellt sei. Andererseits könnte für den Fall, dass die Schülerzahlen wider Erwarten sinken sollten, eine teure Fehlinvestition vermieden werden. Statt eines vierten Gymnasiums könnte dann die Außenstelle wieder in die bestehenden Schulen eingegliedert werden.
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