Erstmals wissenschaftliches Schulprojekt mit traditionellem Sommerfest kombiniert

Naturphänomene und Bewegung am Kletterturm

Hunderte Schüler, Lehrer und Eltern kommen zum Event "EMotion trifft Schulfest" am Josef-Effner-Gymnasium

Von Petra Schafflik

Dachau - Sport und Spaß haben gestern am Josef-Effner-Gymnasium im Mittelpunkt gestanden. Hunderte Schüler, Lehrer und Eltern trafen sich zum Event "EMotion trifft Schulfest", das erstmals ein wissenschaftliches Schulprojekt mit dem traditionellen Sommerfest kombinierte. "Eine runde Sache", freute sich Schulleiter Kurt Stecher über die Resonanz auf das neue Fest-Konzept.

Aus eigener Kraft eine sechs Meter hohe Kletterwand zu bezwingen, "das war cool", erzählt die zwölfjährige Laura. Klassenkameradin Kyra begeistert sich mehr für den Inline-Biathlon-Parcour, "das würde ich gerne mal richtig ausprobieren." Gemeinsam mit allen anderen Sechstklässlern hatten die beiden Mädchen gestern bereits einen abwechslungsreichen Vormittag verbracht, als mittags die Gäste zum Schulfest auf das Freigelände rund um das Josef-Effner-Gymnasium strömten. Auf dem Stundenplan standen nicht Mathe und Englisch, sondern in eigens errichteten Themen-Zelten Vorträge und naturwissenschaftliche Versuche über Naturphänomene, dazu Bewegung auf der Inline-Biathlon-Strecke und am Kletterturm im Freigelände der Schule.

Mit dem Schnuppervormittag wurden die Schüler eingeführt in das Projekt "EMotion", welches das Effner-Gymnasium gemeinsam mit der Sankt-Irmengard-Realschule in Garmisch und dem Lehrstuhl für Didaktik der Chemie an der Universität München initiiert hat. Ziel des Konzepts, das JEG-Lehrer Christian Vetrovsky gemeinsam mit seinem Garmischer Kollegen Thomas Brunhofer entwickelt hat: "Die Schüler sollen naturwissenschaftliche Inhalte möglichst bald live in der Natur erleben". Die beiden Pädagogen wurden aktiv, "weil im Laufe des Schülerlebens das Interesse für Naturwissenschaften wie auch für Outdoorsportarten abnimmt", erklärt der Chemie- und Biologielehrer. Am besten sollte die Förderung sogar schon in der Grundschule einsetzen, ist Vetrovsky überzeugt. Auch Schulleiter Stecher schätzt das Angebot, gerade weil diese Fachbereiche "aktuell nicht mehr so in sind".

Das Projekt "EMotion" läuft bereits im zweiten Jahr. Im vergangenen Winter haben die JEG-Schüler der 6g zwei Tage in den Bergen verbracht, im selbstgebauten Iglu übernachtet, ein Schneeprofil untersucht, sich in Lawinenkunde schulen lassen. "Cool", erinnert sich der zwölfjährige Levent. "Anstrengend, aber schön", meinen Isabel, Laura und Alicia. Auch wenn den Schülern zunächst nur der Spaß in Erinnerung bleibt, weist die wissenschaftliche Evaluation eine deutliche Motivationssteigerung aus, "in Naturwissenschaften wie Sport", betont Vetrovsky. Im Sommerpraktikum werden die Schüler Heilkräuter sammeln und lernen, sich im Gebirge richtig zu verhalten. Wichtiger Teil des Projekts, dem sich bereits drei weitere bayerische Schulen angeschlossen haben, ist das jährliche EMotion-Event, bei dem das Konzept den Sechstklässlern und auch der Öffentlichkeit vorgestellt wird.

Unterstützt wird "EMotion" vom Bayerischen Skiverband, bei dem sich Vetrovsky ehrenamtlich als Referent für den Schulsport engagiert. BSV-Geschäftsführer Klaus Rambach will durch die Kooperation Kindern den Skisport näher bringen, zum Eventprogramm steuerte der BSV die Highlights Skisimulator, Inline-Biathlon und Kletterturm bei. Für ein gelungenes Praxistraining überreichte Rambach dem JEG noch 30 Langlaufausrüstungen. Weltmeister und Olympiasieger Fritz Fischer warb bei den Schülern für Biathlon als Sport, "wo es darauf ankommt, konzentriert zu sein". Am Nachmittag ging der wissenschaftliche Projekttag dann über in ein heiteres Schulfest, bei dem sich mehrere hundert Gäste an Spielständen vergnügten, die jede der 43 Klassen aufgebaut hatte.

Über die Veranstaltung berichtet das Bayerische Fernsehen heute Abend um 18.30 Uhr in seinem Dritten Programm.

 

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