Schüler schaffen Sicherheit
Am Josef-Effner-Gymnasium beaufsichtigen Kollegiaten die Bushaltestelle
Von Sebastian Peter

Dachau Es ist 12.55 Uhr. Schulschluss. Mehrere hundert Schüler des Josef-Effner-Gymnasiums und der Realschule Dachau stürmen zur Bushaltestelle Ligsalzstraße. Dort warten die Schulbusse, um die Kinder nach Hause zu fahren. Ein dichtes Gedränge entsteht um die begehrtesten Plätze in der letzten Reihe des Busses.

Schnell kann die Situation gefährlich werden: Im Gedränge könnte ein Schüler auf die Straße geschubst werden, ein vorbeifahrendes Auto hätte kaum eine Chance auszuweichen. Dass es bisher nicht soweit gekommen ist, ist unter anderem Markus Doll aus Odelzhausen und Simon Lackerbauer aus Karlsfeld zu verdanken. Die beiden Zwölftklässler sind gemeinsam mit 19 anderen Schülern als Schulbusaufseher für Sicherheit an der Bushaltestelle vor dem JEG zuständig.

Das Projekt läuft seit Ende 2006 und es ist sehr erfolgreich, wie Richard Wacht von der Polizei Dachau bestätigt. "Ab und zu kommen wir mal vorbei, um nachzusehen, ob auch alles funktioniert. Aber wir haben schon lange gemerkt, dass wir uns auf die Schulbusaufsicht total verlassen können", sagt er. Ermöglicht wurde das Projekt durch die Entscheidung des Dachauer Stadtrates, den Aufsichten jeweils 5,10 Euro pro Einsatz zu bezahlen. So können sich die Kollegstufen-Schüler, die sich als Schulbusaufsicht engagieren, für ihren Dienst von 12.50 Uhr bis 13.20 über ein kleines Taschengeld freuen.

In Dachau ist das Projekt bisher einmalig. Das Amt des Schulbusaufsehers ist freiwillig. "Wir haben keine Engpässe. Es bewerben sich jedes Jahr ausreichend viele Schüler, um den Bedarf zu decken", sagt Margit Pölsterl, Lehrerin am JEG und Organisatorin der Schulbusaufsicht.

Die Auserwählten werden in einer zweistündigen Schulung von der Polizei auf ihre Aufgabe vorbereitet. "Durch die Schulbusaufsicht hat sich die Situation auf dem beengten Wartebereich deutlich verbessert", sagt Stefan Januschkowetz, stellvertretender Leiter des Rechtsamtes Dachau. Obwohl die Haltestelle an der Ligsalzstraße im Jahre 2008 durch die Stadt behindertengerecht umgebaut wurde, sei sie immer noch relativ klein, erläutert Januschkowetz. "Gerade deshalb war es unbedingt notwendig, die Sicherheit dort zu erhöhen", sagt er. Januschkowetz betont, dass man sich bei der Stadt Dachau die Schulbusaufsicht auch bei anderen Schulen im Landkreis vorstellen könne.

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