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Temperatur runter, Teamgeist hoch
Schüler des Josef-Effner-Gymnasiums siegen in einem bundesweiten Wettbewerb zur Energieeffizienz

Dachau - 'Kuscheln für die Eisbären' - so heißt das große Projekt zum Klimaschutz, initiiert und durchgeführt von den Schülern des Josef-Effner-Gymnasiums (JEG). Der Aufwand hat sich gelohnt, sie wurden von der Lechwerke AG als Sieger des bundesweit ausgeschriebenen Schulwettbewerbs 'Pack"s an - gemeinsam geht"s schlauer' im Mehrzweckraum des Gymnasiums geehrt.

'Kleine Rädchen können Großes bewegen', lobt Eva Rehm, stellvertretende Landrätin des Landkreises Dachau. So hat auch die kleine Idee der Abiturientin Kerstin Dörner 25 Schulen in Bayern, ganz Deutschland, Europa und sogar in den USA in Bewegung gebracht. Sie alle haben, wie auch das JEG selbst, in der 'Klimawoche' im Februar 2010 die Heizungen in den Klassenzimmern auf 19 Grad herunter gedreht. Die Bewegung kam vor allem durch die Kontakte von Kerstin zustande, die sie sich auf einer Reise nach Indonesien aufgebaut hatte.

Am JEG allein konnten in dieser Februarwoche 9,6 Prozent des Energieverbrauchs und damit täglich etwa 223 Kilogramm CO2 eingespart werden. 'Dass die Schüler so viele andere Schulen miteinbeziehen konnten ist ein Hauptgrund für den ersten Platz', sagt Gabi Schlecht, Leiterin der Bildungsinitiative Forum Schule der Lechwerke AG bei der Scheckübergabe: 'Wir wollten mit dem Wettbewerb für Energieeffizienz eine Motivationswelle erzeugen, dass die Schüler andere Menschen dazu begeistern, nachzudenken und ihr Handeln zu verändern.'

Das ist Kerstin und ihren Freunden trotz einiger Hürden gut gelungen. 'Das Projekt hat sehr viel Spaß gemacht, auch wenn wir viele Beschwerden anhören mussten', erzählt die 19-Jährige. 'Der Vandalismus hat weit um sich gegriffen', berichtet ihr Teammitglied und Freund Simon Lackerbauer. Er erzählte von manchen Klassen, die beispielsweise die extra in den Räumen angebrachten Thermometer einfach aus dem Fenster geworfen hätten. Es habe auch einige Schüler und Eltern gegeben, die Angst hatten, sie würden bei 19 Grad 'ja erfrieren'. Simon und viele andere dagegen fanden die Temperatur sehr angenehm. Am Ende der Klimawoche habe eine Umfrage ergeben, dass 800 von 900 Schülern eine gedrosselte Heiztemperatur im Winter beibehalten wollen. 'Auch von den anderen Schulen kam ein sehr positives Feedback', erzählt Kerstin. So können die Sechst-, Acht- und 13.-Klässler des JEG, die das Projekt geleitet haben, zum Ende des Schuljahres einen großen Erfolg feiern. Monatelang haben sie Plakate gemalt, Zahlen ausgewertet, Listen geschrieben, Umfragen geleitet und Netzwerke geknüpft. Kerstin und Simon werden die Schule nun verlassen und ein Studium beginnen. 'Aber viele begeisterte und motivierte jüngere Schüler kommen uns nach', freuen sich die Abiturienten. Und die 19 Grad werden auch beibehalten werden. Lissy Gomm


Dachauer SZ, 21. Juli 2010

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