Jugendrat verleiht Jugendpreis
Auszeichnungen für die evangelische Jugend der Friedenskirche, Schüler des Josef-Effner-Gymnasiums und die Pfarrjugend von Heilig Kreuz.
Von Franziska Hofmann, Dachau
Die evangelische Jugend der Friedenskirche Dachau hat den Dachauer Jugendpreis bekommen. Bereits zum neunten Mal zeichnete der Jugendrat Vereine, Organisationen und Institutionen aus, die sich besonders für die Jugend Dachaus engagieren. Und weil es in diesem Jahr sehr viele interessante Bewerbungen gab, entschloss sich der Jugendrat noch zwei weitere Preise zu vergeben, wie Berkay Kengeroglu, Mitglied im Jugendrat, bei der Preisverleihung am Dienstag im Rathaus erläuterte. Mit einem zweiten Preis wurde das Engagement des Arbeitskreises "Flüchtlingshilfe" von Schülerinnen und Schülern des Josef-Effner-Gymnasiums gewürdigt. Einen dritten Preis bekam die Pfarrjugend von Heilig Kreuz für ihr Zeltlager.

Die knapp 50 Besucher der Veranstaltung konnten das große Foyer des Rathauses nur mäßig füllen. Die Freude der Preisträger über die Auszeichnung war groß. Der Grundstein für diesen Preis wurde bereits vor zehn Jahren gelegt. Mehrere Mitglieder, darunter der heutige Oberbürgermeister Florian Hartmann, setzten sich mit Kreisjugendring-Geschäftsführer Peter Bernard für eine Auszeichnung als "Zeichen für tolle Jugendarbeit" ein, wie Hartmann berichtete. "Jugendarbeit wird immer mehr als selbstverständlich angesehen, aber es ist nicht selbstverständlich, sondern eine Leistung, die es zu würdigen gilt", sagt Hartmann in seiner Ansprache bei der Preisverleihung. Er ist stolz darauf, dass sich der Preis "längst etabliert" hat und zu einer "festen Einrichtung" wurde.

Erster Preis für evangelische Jugend

Bis Ende November konnten sich Vereine, Organisationen und Institutionen beim Jugendrat für den Jugendpreis 2016 bewerben. Danach entschied eine Jury, unter anderem aus Jugendräten und Stadträten, welche Bewerbungen den Preis bekommen. Wurde das Projekt bereits gefördert, oder gab es Mitgliedsbeiträge, wurden die Bewerbungen hinten angestellt. Andere Projekte könnten mit dem Preisgeld mehr anfangen, sagte Kengeroglu: "Fördern kann man am besten mit Geld."

Die größte Gruppe der Preisträger bildete die evangelische Jugend der Friedenskirche. Stolz nahmen sie den ersten Preis für ihre zahlreichen Ferien- und Freizeitangebote entgegen. Ihr Ziel ist es, "eine bunte und gemischte Gemeinschaft zu sein", sagten sie in ihrer Ansprache. Und das funktioniere bei den Angeboten für Kinder und Jugendliche zwischen sechs und 27 Jahren gut. Dadurch lernten die Kinder den achtsamen Umgang miteinander, trotz "verschiedener Konfessionen und Kulturen". Mit dem Preisgeld in Höhe von 500 Euro möchte die evangelische Jugend ihr Kinder- und Jugendhaus verschönern, da dies ihr Zentrum bildet. Bei Musik und Buffet feierten sie ihren Sieg.

Themenwoche Flucht

Als die Moderatoren den zweiten Preis ausriefen, gab es Jubel und Applaus vom Erstplatzierten. Das Josef-Effner-Gymnasium bekam 250 Euro für ihre Themenwoche "Flucht aus der Heimat - Auf dem Weg in eine bessere Zukunft". Bei Sekt und Häppchen erzählte Julia Franke, Abiturientin, dass die Planung für das Projekt bereits vergangenen Winter begann, "als es noch keine Krise gab". Mit drei anderen Mädchen der Oberstufe leitet sie den Arbeitskreis Asyl, der jetzt mit 25 Mitgliedern "fast der Größte" ist. In der Themenwoche gab es "etliche Vorträge, eine Ausstellung, eine Tombola und einen Sachspendenaufruf", sagte sie. Bei der Tombola kamen mehr als 4000 Euro zusammen, die sie an den Asylhelferkreis gespendet haben. Bei dem Sachspendenaufruf kam so viel zusammen, dass sie die Annahme bereits nach zwei Tagen stoppen mussten, da der Lagerraum voll war. Von dem Preisgeld in Höhe von 250 Euro wollen die Schüler Deutschbücher kaufen und damit im nächsten Schuljahr Deutschkurse für Flüchtlinge geben.

Nach der Preisübergabe gönnten sich auch die Jugendlichen der Pfarrjugend Heilig Kreuz Leberkässemmeln und Häppchen. Mit Freude berichteten sie von ihren Projekten. Den Preis bekamen sie für ihr Zeltlager, das sie seit mehr als 20 Jahren preisgünstig veranstalten, um auch bedürftigen Kindern die Teilnahme zu ermöglichen. Dafür wollen sie auch die gewonnenen 150 Euro ausgeben. Als Pfarrjugend haben sie aber weitaus mehr zu bieten, sagte Tobias Döring, Jugendvertreter im Pfarrgemeinderat: "Es gibt wöchentliche Gruppenstunden und zahlreiche Ausflüge. Bald geht es zum Rodeln, dann kommt der Kinderfasching, eine Abenteuernacht und so weiter."

Quelle: Süddeutsche Zeitung Dachau, 21.01.2016