Saugut
132 Abiturienten des Effner-Gymnasiums werden von Familie und Schulgemeinschaft in einen neuen Lebensabschnitt verabschiedet
Von Emily Holmes
Dachau - Die 132 Abiturienten des Josef-Effner-Gymnasiums Dachau bekommen vom Elternbeirat einen "Abi-2016-Keks" in Glücksschweinform geschenkt. Genau wie das Schwein seien auch die Schüler intelligent und anspruchsvoll, sagte Sibylle Meyer-Riedt vom Elternbeirat - und "saugut" seien sie gewesen. Außerdem könne man Mensch und Tier nur mit viel Liebe und Geduld erziehen. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: 31 Abiturienten, also 23 Prozent, haben einen Abiturschnitt von 1,9 oder besser, 14 Absolventen 1,5 oder besser und ein Schüler sogar 1,0.

Dass die Schüler nun die ihnen durch das Abitur gegebene Chance als Sprungbrett in einen neuen Lebensabschnitt nutzen, wünschte ihnen nicht nur der Elternbeirat. Auch Helmut Zech, stellvertretender Landrat, sagte: "Es liegt jetzt an Ihnen, wie sie mit dieser Chance umgehen". Er wünschte den Jugendlichen "Zielstrebigkeit, Ehrgeiz und den verantwortungsvollen Umgang damit, Gesundheit und das nötige Quäntchen Glück". Aber auch Niederlagen gehörten zum Leben, versicherte Zech: "Auch die Verlängerung gehört manchmal zur Spielzeit. Und manchmal entscheidet sich in ihr auch das Spiel." Sibylle Meyer-Riedt sagte, dass das Leben doch gerade spannend sei, weil man immer nur ein Stück des Weges sehen kann. "Nutzen Sie Ihre Talente, Interessen und Begabungen, um ein vielfältiges Leben zu gestalten. Ich wünsche Ihnen, dass Ihr Weg nicht immer nur geradeaus geht, sondern auch schöne Umwege nimmt."

Dass der eine oder andere Umweg schon in der Schulkarriere genommen wurde, wissen auch die Schüler. Ihr Abiturmotto lautete "1. FC ABI - acht Jahre Abstiegskampf". Denn das Schulleben weist einige Parallelen zum Fußballgeschäft auf, wie die Oberstufensprecher Victoria Reschauer und Sebastian Elsenberger in ihrer Abschiedsrede analysierten. Über die Jahre bildeten sich immer wieder verschiedene Teams, neue Teamkameraden kamen hinzu, Vereinswechsel und Abstiege gab es nicht nur einmal. Aber egal, ob Sieg oder Niederlage, am wichtigsten war immer das Fairplay, die sozialen Kompetenzen und der respektvolle Umgang miteinander. Das sah auch Oberstufenkoordinator Hans Glas so: "Leistungen spielen immer eine große Rolle, aber viel wichtiger ist der respektvolle Umgang mit den Mitmenschen." Es sei sehr schön zu sehen, dass die Schule dazu beitragen konnte, die richtigen Maßstäbe für das weitere Leben zu setzen. Mit dem Lied "Wish you were here" von Pink Floyd und einem großen "Danke Herr Glas"-Banner dankten ihm die Schüler für seine Unterstützung in den zwei Jahren der Oberstufe.

Weil soziales Engagement auch im Schulalltag wichtig ist und ihn bereichert, ehrt der Elternbeirat jedes Jahr Schüler für ihren herausragenden Einsatz. Louisa Bauer, Victoria Reschauer und Franziska Niedermeyer waren in ihrem Jahrgang besonders verlässliche Organisatorinnen und Ansprechpartnerinnen. Aber auch schulische Leistungen sollten gewürdigt werden. Der Förderverein vergab in fünf Kategorien den Preis für die besten Seminararbeiten. Eine Jury aus zwölf Fachkundigen wählte unter anderem aus den Bereichen Sprache, Naturwissenschaften und Geschichte jeweils eine besonders gelungene Arbeit aus.

Das Sprachstipendium der Sparkasse Dachau für den Jahrgangsbesten ging an Martin Mangels, der sich nun zwischen Sprachreisen nach Barcelona, Dublin, Cambridge oder Nizza entscheiden muss. Für seine herausragenden Leistungen im Bereich Physik und Mathematik erhielt er außerdem von der Deutschen Physikalischen Gesellschaft (DPG) und der Deutschen Mathematiker-Vereinigung (DMV) jeweils eine kostenlose Jahresmitgliedschaft.

Im Namen des Landkreises ehrte Helmut Zech alle Abiturienten mit einem Schnitt von 1,5 oder besser mit einer Medaille. "Ihr Fleiß und Ihre kreativen Fähigkeiten haben gezeigt, dass Sie das Zeug zum Abitur hatten", lobte Direktor Kurt Stecher schließlich alle Schüler in seiner Ansprache. "Lassen Sie sich nicht von negativen Kommentaren beeinflussen", appellierte er. "Wenn Sie sich anstrengen, fleißig sind und nicht aufgeben, werden Sie auch das Studium gut meistern." Dass das ein neuer Lebensabschnitt ist, wissen alle. "Die Schule war unser zweites Zuhause, wie eine Familie. Das werden wir sehr vermissen", bedauerten die Schüler.

Quelle: Süddeutsche Zeitung Dachau, 25.06.2016