Das Geld siegt über die Moral
In der originellen Inszenierung von Angelika Mauersich hat die Ludwig-Thoma-Gemeinde Dachau die Premiere der tragischen Komödie „Der Besuch der alten Dame“ von Friedrich Dürrenmatt“ gefeiert.
Dachau – Die Macht des Geldes siegt, die Moral bleibt auf der Strecke: In der originellen und beeindruckenden Inszenierung von Angelika Mauersich hat die Ludwig-Thoma-Gemeinde Dachau die Premiere der tragischen Komödie „Der Besuch der alten Dame“ von Friedrich Dürrenmatt“ gefeiert.

Es handelt sich um eines der bekanntesten Stücke der Nachkriegszeit, das die Thoma-Gemeinde als Gemeinschaftsprojekt mit Schülern des Josef-Effner-Gymnasiums auf die Bühne gebracht hat. Warum ausgerechnet dieses Stück? „Weil es nichts an seiner Aktualität verloren hat und auf eindringliche Weise darlegt, wozu Menschen für Geld fähig sind“, so die Regisseurin und Deutschlehrerin Angelika Mauersich in einem Interview mit unserer Zeitung. Mehr als 20 Darsteller wirken mit, um die menschlichen Abgründe aufzuzeigen, die sich auftun, wenn die Macht des Geldes moralisches Denken außer Kraft setzt.

Schauplatz ist die verarmte schweizerische Gemeinde Güllen, deren Repräsentanten sich von dem Besuch der Multimilliardärin Claire Zachanassian (Bianca Mössinger) Aufbruch und Wohlstand versprechen. Die steinreiche Frau, der ein „Sinn für Wohltätigkeit“ nachgesagt wird, ist unter dem Namen Klara in Güllen aufgewachsen und war die Jugendliebe des Kaufmanns Alfred Ill (Wolfgang Möckl). Doch die alte Dame, die keine Skrupel kennt, verfolgt einen teuflischen Plan. Sie will Rache nehmen an ihrem früheren Geliebten, der sie mit ihrem gemeinsamen Kind sitzen ließ und sie zum leichten Mädchen abstempelte. Im weiteren Verlauf der Geschichte tauchen auf: ihr Ehemann (Bernhard Vieregg), der smarte Butler Bobby (Claus Weber) die blinden Eunuchen Koby (Fini Kron) und Loby (Elena Schiffner), der Bürgermeister (Thomas Westermaier), der Pfarrer (Hans-Jörg Berghammer), der Lehrer (René Rastelli), der Arzt (Edi Hörl), der Polizist (Tobias Kelkowski) sowie der Reporter (Dominik Härtl). Ferner wirken mit: Brigitte Fiedler, Anna Maria Hörl, Verena Knoll, Lena Nolte, Magdalena Straucher, Astrid Zeisler, Rotraud Wolf, Katrin Westermaier, Julia Philipp und Leander Möckl.

Am Gelingen der Produktion sind beteiligt: Gertrud Weber (Kostüme), Christa Horbelt, (Inspizienz), Tommy Bredenpohl (Technik), Carola Walter (Maske), Claudia Teinzer (Souffleuse), Florian Marschall (Bühnenbild) und Edi Hörl (Organisation).

Angelika Mauersich hat den Klassiker spannungsgeladen inszeniert, ihre Schüler vom Josef-Effner-Gymnasium für die Arbeit auf und hinter der Bühne begeistern können, und sie kann sich auf die ausgezeichneten Darsteller der Thoma-Gemeinde verlassen, die ihre Rollen überzeugend spielen. Allen voran Wolfgang Möckl, dem es auf ergreifende Weise gelingt, den Wandel vom Familienvater und geschätzten Bürger bis zum bitteren Ende zu vollziehen.

Weitere Vorstellungen im Thomahaus finden statt: Freitag, 23. März, und Samstag, 24. März, jeweils um 19.30 Uhr, sowie Sonntag, 25. März, 18 Uhr. Der Eintritt beträgt zwölf Euro (ermäßigt acht Euro für Schüler und Studenten). Vorverkaufsstellen sind: Buchhandlung Wittmann, Dachau, Bücher bei Beck und Boy, Markt Indersdorf und unter info@ ludwig-thoma-gemeinde.de.
ink

Quelle: Merkur.de, 21.03.2018