Das jahrelange Fußballspiel ist gewonnen
Die 151 Absolventen des Josef-Effner-Gymnasiums haben ihre Abizeugnisse erhalten. Bei der Feier in der ASV-Halle bekamen sie jede Menge guter Ratschläge mit auf den Weg.
Dachau - Zwölf lange Jahre hatten sie die Schulbank gedrückt, am Freitag wurden die 151 Abiturienten des Josef-Effner-Gymnasiums in der ASV-Halle in Dachau feierlich gewürdigt und mit ihren Abschlusszeugnissen ausgezeichnet. Leider hätte man alle Abgänger samt Anhang nicht in der Aula des Schulhauses unterbringen können, weshalb man nun in die Sporthalle ausgewichen sei, so der Schulleiter Peter Mareis.

Dann wendet er sich an die eigentlichen Hauptdarsteller dieses Tages. „Liebe Göttinen und Götter....“, eröffnete Mareis die Zeugnisübergabe, in Anspielung auf den Abistreich. „Dass wir Sie heute feiern wollen, haben Sie nach dieser Leistung, und dem vorangegangenen Lernaufwand, auch redlich verdient.“ Von den 15 Abiturienten mit ausgezeichneten Leistungen schafften es zwei, Lena Wizani und Lisa-Marie Kaut, die Traumnote 1,0 zu erreichen. Diese besondere Leistung wurde von der Sparkasse Dachau mit einem Sprachstipendium im Wert von 1200 Euro geehrt.

Auch Landrat Stefan Löwl ließ es sich nicht nehmen, den beiden persönlich zu gratulieren. Er ermahnte sie und die restlichen Absolventen aber, in der nächsten Zeit nicht abzuheben, denn „alle sind gleich, niemand von Ihnen ist etwas Besonderes, und Sie haben alle das Gleiche erreicht. Und wenn sich doch jemand von Ihnen von der Masse hervorhebt, dann gibt es noch sieben Milliarden andere Menschen auf diesem Planeten, von denen vielleicht auch jeder 151. gleich ist wie Sie.“ Die Angesprochenen sollten die Auszeichnung nicht mehr lieben als die Leistung. „Wenn Ihr einen Berg besteigt, besteigt ihn nicht, um am Gipfel gesehen zu werden, sondern um von dort aus zu sehen“, schloss Löwl seine Rede mit einer Botschaft an die Abiturienten ab.

Auch soziales Engagement während der Schulzeit wurde nicht unerwähnt gelassen. Acht Schülerinnen, die sich als Gründungsmitglieder des Arbeitskreises „Sonne für Kinder“ verdient gemacht hatten, erhielten auf der Bühne ihren verdienten Applaus . Die Mädchen hatten mit ihrer Arbeit Waisenkinder in Uganda unterstützt.

„Zwölf Jahre vorgetäuschtes Interesse am Unterricht hat nun ein Ende“, beginnt der Abiturient Sebastian seine Rede mit einem Schmunzeln. „Der Kampf gegen die Endgegner in Mathematik, Deutsch und dem persönlichen Wahlfach war hart, doch nun ist alles geschafft. Ich habe selbst noch keine Idee von meiner Zukunft, jetzt heißt es für mich und Euch alle fürs Erste einfach ,Don’t worry, be happy’. Genießt eure schulfreie Zeit“, verabschiedete er sich von seinen Kollegen.

In seinen abschießenden Worten verglich der Schulleiter die vergangenen Jahre der Absolventen mit einem Fußballspiel. „Sie waren die Spieler einer Mannschaft, und Ihre Eltern die Betreuer. Bei den wichtigsten Spielen konnten diese allerdings nur am Feldrand sitzen und zusehen, ohne die Möglichkeit einzugreifen. Vergessen darf man aber auch nicht die Trainer, diese Rolle nahmen Ihre Lehrer in der laufenden Spielzeit am Josef-Effner-Gymnasium ein“, lobte Mareis die Eltern und den Lehrkörper, bevor er zur abschließenden Zeugnisverleihung überging.

Die Note 1 vor dem Komma hatten diese Schüler: Lisa-Marie Kaut, Lena Wizani (Note 1,0) Steffan Kiffelberger, Jana Bayer, Celina Scheid (Note 1,1 ), Christine Hohendorf, Benjamin Sühling (Note 1,2), Lisa-Marie Karl, Christian Jung, Martina Scheffler (Note 1,4), Iris Krumbach, Carla Behnke (Note 1,5). Claudia Lepuch

Quelle: Merkur, 02.07.2018